Ich weiss, dass heutzutage viele Mensche irgendwie religiös sind; nicht weil sie an die Existenz eines Gottes glauben wollen, sondern eher, weil sie das Gefühl haben, das Leben wäre sinnlos ohne den Glauben an einen Gott. Auch die Furcht zu sterben und der Tod spielen eine wesentlich Rolle..
Sie haben eine vage Idee von ihrem Gott (gerade so wie der von Einstein propagierte) als einem obskuren Gebilde jenseits des wissenschaftlichen Universums oder als eine allgemeine Seele oder als ein unbestimmtes allgemeines Etwas.
All das ist natürlich Unsinn und die Tatsache, dass Albert Einstein ein Genie auf dem Gebiet der Physik war, macht ihn nicht zu einer religiösen oder philosophischen Autorität, genau so wie Sigmund Freud kein Autorität als Ingenieur war und Pablo Picasso niemals der Richtige gewesen wäre, um einen Rat bezüglich Kieferchirurgie zu erhalten.
Abe rich bin mir bewusst, dass viele Menschen einen Bezug brauchen, wenn es um Fragen geht wie z.B. "warum existieren wir" oder "wofür leben wir". Oder wenn die Angst vor dem Sterben oder dem Tod hereinschleicht.
Ich habe eine Art "Katechismus" zu diesem Punkt geschrieben (siehe die Artikel auf der linken Seite unter der Überschrift "Sexuelle Philosophie"), aber ich kann es auch als ein Mantra zusammen fassen:
Wir leben um optimale Orgasmen zu haben und, wenn möglich, einen sanften Tod.
Gute Gesundheit und genügend Intelligenz sind Voraussetzungen für optimale Orgasmen. Ich hab sie daher nicht als separate Punkte in das oben zitierte Mantra einbezogen.
Ein sanfter Tod ist ein weitgehend unterschätztes philosophisches oder wissenschaftliches Anliegen, sogar obwohl es ein wesentlicher Aspekt der Pietät und der Verbreitung religiösen Glaubens ist. Die meisten nicht religiösen Leute so sehr mit einem möglichst ausgefüllten Leben beschäftigt, daß ihr Tod oftmals ein schrecklicher Zusammenbruch ist.
Oder, wenn sie ihre Furcht vor dem Sterben und dem Tod realisieren, werden sie plötzlich religiös.
Um dem religiösen Unfug die Substanz zu nehmen, sollten Philosophie und Wissenschaften der modernen Gesellschaften die Themen Sterben und Tod behandeln.
Sterben kann eine schreckliche Erfahrung voll Panik und Schmerz sein. Aber niemand überlebt es um anderen mitzuteilen, wie schrecklich es sein kann.
Der Glaube an einen Gott und beten machen das Sterben möglicherweise erträglicher, allerdings um den Preis, sich von der Vernunft ab zu wenden.
Ich plädiere dafür, dass moderne atheistische Gesellschaften eine attraktive Alternative zu religiösen Täuschungen bieten, wenn um das Sterben geht. Es sollte öffentliche Aufklärung geben, wie man das Ende seines Lebens am besten bewältigt. Sexuelle Aufklärung und Aufklärung über das Sterben sollten Hand in Hand gehen, nicht zuletzt da das klare Bewußtsein der Endlichkeit allen individuellen Lebens das stärkste Argument für optimale sexuelle Erfahrung vor dem Ende des Lebens ist.
Ja, sterben kann ein entsetzliches Erlebnis voller Panik und Schmerz sein. Deshalb denke ich, Morphin sollte für jene verfügbar sein, die bewußt sterben. Morphin, möglicherweise das wertvollste Medikament im Leben, kann die praktische Antwort der Wissenschaft auf all das Bla-Bla der Priester am Totenbett einer Person sein.
Als eine Alternative zu religiösen Glaubensrichtungen sollte eine moderne Gesellschaft ebenso daran arbeiten, das Auftreten potentieller Panic/Tod Situationen zu minimieren. Menschen sollten wählen können zwischen Bewußtlosigkeit bei Flugreisen oder anderen Aktivitäten, die mit einem
Unfallrisiko verbunden sind und dem Risiko des Sterbens in Panik. Die Bereitstellung solch praktischer Lösungen zur Furcht vor dem Tode, kann dazu führen, den Teppich unter den Füssen der Propagandisten von Religionen weg zu ziehen.
Mein Mantra hat zwei Teile, optimale Orgasmen und einen sanften Tod, aber in den moisten meiner Artikel werbe ich für optimale Orgasmen. Es ist viel einfacher, Leser zu diesem Thema zu finden.
Christliche Fundamentalisten stehen einer Gesellschaft entgegen, in der optimale Orgasmen zu Recht als jedermanns vornehmstes Bedürfnis im Leben angesehen werden.
Aber christliche Fundamentalisten stellen auch ein politisches Hindernis für das zweite Anliegen, den sanften Tod, dar. Sie streiten gegen Menschen, die ihren Tod in die eigenen Hände nehmen (nicht durch Selbstmord, sondern durch die Herbeiführung ihres sanften Todes, wenn der Zeitpunkt kommt), da dies in einen Bereich einschneidet, den sie als den ihren verstehen.
Wie auch immer, meine Ideen über was die bestmögliche Welt sein würde sind so weitreichend, dass ich nur davon träumen kann. Es ist keine Kreutzistische Revolution in Sicht, die sie kurzfristig begründen könnte.
Das Beste was ich erhoffen kann ist: das Erzielen einigermaßen guter Orgasmen in einer Welt, die noch nicht zur Kenntnis genommen hat, daß sowohl optimale Orgasmen das berechtigtste Anliegen jedes lebenden Menschen sind, als auch ein Tod frei von Folter, Panik und Schmerzen.
Natürlich, es könnte mir nichts Besseres passieren, als heute Nacht im Schlaf zu sterben.