Sexual Front Manifest

Version 1.0, April 2006

Dies Manifest ist freeware. Ich beabsichtige nicht, irgendeinen Nutzen daraus zu ziehen, weder finanziell noch intellektuell. Für mich steht hier auf der Tagesordnung ein politisches Thema. Ich möchte in einer anderen, einer freieren Welt leben. Und obwohl ich kaum hoffen kann, lange genug zu leben, um mich am Durchbruch der hier skizzierten Ideologie zu erfreuen, gibt es doch eine kleine Chance dazu. Diese Hoffnung ist das, was mich antreibt.

Dies Manifest ist freeware. Es darf kopiert werden, in Auszügen oder komplett, und in freizügig auf jede andere Weise verwendet werden. Ich erhebe keine Copyrightansprüche darauf, und obwohl mein Name gerne drunter gesetzt werden kann, braucht das niemand zu tun. Wer immer will, mag es sogar als sein eigenes ausgeben.

Kein Gott

Jedwede wissenschaftliche Evidenz untermauert die Einschätzung, daß es sowas wie Gott nicht gibt. Mit anderen Worten, Religionen sind Illusionen. Stimmt schon, weder die Existenz noch die Nicht-Existenz eines Gottes kann bewiesen werden. Nur, die Wahrscheinlichkeit, daß ein nichtexistierendes Wesen keinerlei Spuren hinterläßt, ist weit höher als die Wahrscheinlichkeit, daß ein existierendes Wesen keinerlei Spuren hinterläßt.

Und, weil es solche Spuren nicht gibt (jedenfalls keine, die wissenschaftlicher Prüfung standhalten), können wir mit hinreichender Sicherheit annehmen, daß es Gott nicht gibt.

Das gleiche gilt für die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt oder ob wir danach bei Gott sind.

Reichtum des Lebens

Da es Gott nicht gibt, Religion keinen Sinn macht und genausowenig ein Leben nach dem Tod - wo-auch-immer, kann Glück und Erfüllung nur in diesem Leben erreicht werden.

Wenn es nichts außer diesem Leben gibt, hat das Leben, prinzipiell gesehen, auch keinen höheren Sinn. Es ist völlig egal, ob wir heute sterben oder in hundert Jahren. Im Vergleich zur Unendlichkeit der Zeit ist unsere Lebenszeit ohnehin unglaublich kurz.

Es ist außerdem ziemlich offenkundig, daß jedes lebende Wesen, einschließlich der Spezies Homo sapiens sapiens, eine weitaus höhere Fähigkeit hat zu leiden, als glücklich zu sein. Das ist Teil des genetischen Designs eines jeden Lebewesens, da es seine Fähigkeit zu Überleben erweitert.

Da unser Leben so unglaublich kurz ist, und es nach dem Tod nichts gibt, da die Wahrscheinlichkeit zu leiden weit größer ist als die, glücklich zu sein, ferner, da Leiden sich immer mehr verschlimmern kann, wohingegen Glücklichsein unter Umständen nur in Langweile versandet, scheint es Sinn zu machen anzunehmen, daß es besser wäre tot zu sein, denn lebendig.

Nur: das genetische Design unserer rationalen und emotionalen Strukturen hält uns davon ab, unserem Leben ein Ende zu setzen. Auch dies ist eine biologische Grundlage des Lebens selbst, da es die Chancen einer Spezies, zu überleben, erhöht.

Es macht keinen Sinn, über unsere genetischen Grundlagen zu jammern, die uns daran hindern, unserem Leben einfach ein Ende zu setzen - nachdem wir gerade logisch gefolgert haben, es wäre besser tot denn lebendig zu sein. Die Option Selbstmord ist schlicht nicht vorhanden.

Wir könnten pragmatisch danach streben, wenn wir eh sterben müssen, wenigstens einen sanften Tod zu haben. Der ultimativ sanfte Tod ist: natürlich, unvorhergesehen im Schlaf zu sterben.

Alles, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, daß eine nennenswerte Anzahl von Menschen genau auf diese Weise sterben, wäre eine prima Forderung in jedem politischen Programm... in einer weit fortgeschrittenen Gesellschaft, nicht in der unserigen.

Außer einem sanften Tod ist der einzige weitere biologische Wert im Leben der, optimale sexuelle Erfüllung zu genießen. Nur in den Momenten, in denen wir einen Orgasmus erfahren, können wir authentisch die elementare Sinnlosigkeit unserer Existenz vergessen.

Auch hier wieder gilt, alles, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, daß eine nennenswerte Zahl von Menschen mehr und bessere Orgasmen erlebt, wäre ein wirklich sinnvoller Programmpunkt in einem politischen Konzept. Aber auch dafür ist bis dato keine gegenwärtigen Gesellschaften reif genug, einen solchen Standpunkt in den Mittelpunkt irgendeines politischen Programms zu stellen.

Die Grundlage menschlicher Solidarität

Menschen, die gemeinsam sterben müssen und dies akzeptiert haben, entwickeln von ganz alleine ein Gefühl von Solidarität. Wenn wir alle das Schicksal des Sterbens (auf natürliche Weise) erleiden müssen, fühlt es sich nicht gut an, die verbleibenden Tag anderer zu verschlimmern. Es fühlt sich besser an, einander zu unterstützen. Infolgedessen hat Verbreitung des Wissens über die Grundlagen des Menschseins, wie oben dargestellt, einen befriedenden Effekt. Es fördert die Sicherheit menschlicher Gesellschaften.

Aus den primären biologischen Interessen eines jeden Menschen,
(1) einen friedlich sanften Übergang zur Nicht-Existenz zu haben und
(2) optimale sexuelle Erfüllung davor, können zwei weitere sekundäre, soziale Werte abgeleitet werden. Diese Werte sind sekundär, da sie sich rechtfertigen daraus, daß erst sie jedem individuellen Mitglied der Gesellschaft die Erfüllung der primären, biologischen Werte ermöglichen..

Diese zwei sozialen Werte sind Sicherheit und Freiheit. Obwohl beide Werte mit den primären Werten zusammenhängen, hängt Sicherheit mehr mit einem sanften Tod zusammen als mit optimaler sexueller Erfüllung zusammen, und Freiheit mehr mit optimaler sexueller Erfüllung als mit dem Wert sanfter Tod.

Weiterhin ist das Hervorheben sozialer Werte wie Freiheit und Sicherheit besser als prinzipielle philosophische Werte geeignet, das ideologische Grundgerüst politischer Alltagsarbeit zu liefern. Denn jeder versteht den Wert von Freiheit und Sicherheit - auch der, dessen philosophisches Konzept sich unterscheidet von dem, was ich oben gesagt habe.

Freiheit

Die Begrenzungen menschlicher Freiheit durch unsere Natürlichkeit sind evident, das brauchen wir hier nicht erörtern. Beschränken wir uns hier auf menschengemachte Schranken der Freiheit. Die meisten dieser Schranken haben mit der Existenz von Staaten zu tun. (Der Begriff "Staaten" wird hier in seiner internationalen Bedeutung verwendet, also bezüglich Regierungen und Regierungsapparaten unabhängiger Länder, nicht im Sinne der Bundesstaaten wie in den US).

Es ist ziemlich unwahrscheinlich, daß sich irgendjeman "zu frei" fühlen wird, genauso wie sich kaum jemand darüber beschweren wird, "zu glücklich" zu sein. Gehen wir deshalb praktischerweise davon aus, daß jedermann mehr Freiheit begrüßen wird. Aus dem Grund ist dies ein politisches Programm mit großer Anziehungskraft, selbst für die, die unsere prinzipiellen philosophischen Werte nicht teilen.

Während nicht jede persönliche Freiheit, die politisch durchgesetzt wird, relevant ist für die philosophische Forderung nach optimalen sexuellen Erfahrungen, ist es unwahrscheinlich, daß mehr persönliche Freiheit auf irgendeinem Gebiet in sexueller Hinsicht kontraproduktiv sein könnte. Aus diesem Grund können wir uns jeder Freiheitsbewegung anschließen, ohne uns an Diskussionen über weitere politische Freiheiten beteiligen zu müssen.

Wir unterstützen insbesondere diese Freiheits-Forderungen:

1. Das Recht auf Selbstbestimmung einer jeden homogenen Gruppierung von Menschen, sei sie ethnisch basiert, auf der Grundlage einer Sprache oder sogar religiös bestimmt. Es gibt keinen Grund, warum es nicht 5.000 Staaten auf der Erde geben sollte. Eine solche Vielfalt wird es im Gegenteil den sexual- und freiheitsfeindlichen Kräften sehr viel schwerer machen (wie, ironischerweise, den Vereinigten Staaten von Amerika, die sich legitimieren mit der Beschwörung von Freiheit - andere Staaten zu kontrollieren.)

2. In bestehenden Staaten so viel Föderalismus, regionale und lokale Autonomie, wie möglich.

3. In bestehenden Staaten so wenig Gesetze wie möglich. Staaten sollten nicht bestimmen, was Menschen mit und für ihre eigenen Körper tun. Sie sollen sich nicht einmischen in das, was Menschen untereinander ausmachen. Staaten sollen sich nicht um Dinge kümmern, die nicht mit der Sicherheit einer Gesellschaft zu tun haben.

4. Keine extraterritorialen Gesetze welche auch immer.

Sicherheit

Obwohl wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt oft erfahren müssen, daß sich Staaten ungefragt in unsere persönliche Freiheit einmischen, werden Staaten und ihre ausführenden Organe Polizei und Militär wohl immer notwendig sein. Nur romantische Träumer befürworten ihr völliges Verschwinden.

Die prinzipielle Rechtfertigung für Staaten ist, für Sicherheit zu sorgen. Und nur Sicherheitsfragen sind hinreichende Gründe, die persönliche Freiheit seiner Bürger einzuschränken.

Dieses Konzept ist natürlich nicht neu. Wir finden es schon bei Thomas Hobbes, sogar in der alten griechischen Philosophie, und es war eine wichtige Grundlage bei der Formulierung der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika.

Aber die Schönheit und Unverfälschtheit dieses Konzeptes ist schon lange verloren gegangen, sogar in Staaten, bei deren Gründung es eine Rolle spielte. Zentralisierte Regierungen und machtbesessene Gesetzgeber mischen sich in immer mehr Angelegenheiten ihrer eigenen Bürger ein.

Obwohl man auf Staaten nicht verzichten kann, sollte ihre Macht auf breiter Basis reduziert werden. Staaten sollten sich wirklich um nichts anderes kümmern als um die Sicherheit ihrer Bürger.

Das heißt keineswegs, daß Menschen sich nicht organisieren sollen, auch große Organisationen werden gebraucht. Bildung und Erziehung bedarf der Organisation, genauso wie Kommunikationsnetze, Warenaustausch und Information.

Aber solche Organisationen müssen nicht unbedingt die Form und Struktur von Staatsorganisationen haben mit Gesetzgebung und staatlichen Zwangsmaßnahmen. Das können auch private Serviceunternehmen leisten, oder es kann in der Form von Gemeinschaften geschehen, denen man sich auf freiwilliger Basis anschließt.

Das einzige, das wirklich mit gewissen Zwangsmaßnahmen sichergestellt werden muß, ist ein friedliches Zusammenleben, entweder um es wiederherzustellen oder um zu verhindern, daß es unterminiert wird.

Staaten haben kein Recht, den Menschen vorzuschreiben, wie sie leben sollen, auch dann nicht, wenn es für sie zum Besten ist. Einzige Ausnahme: um zu verhindern, daß auf jemanden Gewalt angewendet oder damit gedroht wird.

Recht

Staatliche Justiz wird benötigt nur dann, wenn eine gütliche Regelung nicht erzielt werden kann zwischen jemand, der sich geschädigt fühlt von einem anderen, der ihn schädigt. Jedoch soll kein Kompromiß oder eine Anzeige möglich sein, wenn die geschädigte Person ihr Leben verloren hat.

NO GOD

THE VALUE OF LIFE

THE BASIS FOR HUMAN SOLIDARITY

SECONDARY, SOCIAL VALUES

SAFETY

FREEDOM

THE SIZE OF GOVERNED COMMUNITIES

CONTENTS OF PERSONAL FREEDOM: PRIVACY AND SECRECY

THE BENEFITS OF RELATIVE POVERTY


  • Sexual Front Manifesto
  • The idea of a gentle death
  • Truth and lunacy

    >>More Basics of ideology articles



  • Why poor Third World democracies are a poor option for foreign investors
  • Wrong perceptions about democracy
  • Leadership vs democracy

    >>More Democracy articles


  • An elitist ruling party; a constitution; democracy; and freedom
  • Sexual Front politics
  • How we can change the world

    >>More Activism articles


  • The poverty-sexuality connection
  • Who needs a rich society?
  • Population policies

    >>More Problematic wealth articles


  • Cultural imperialism
  • Anti-sexual US agenda
  • Why the US is morally out of proportion

    >>More Cultural imperialism articles


  • Genuine feminism
  • Female adaptations
  • Sexual morals

    >>More Feminism articles


  • Drugs
  • The legalization of drugs
  • The anti-religious effect of drugs

    >>More Drugs articles


  • Sex for food
  • Prostitution
  • US Congress regulating international dating (biological interests)

    >>More Commercial sex articles


  • Why I write about Mr. S ...
  • S ... - a priest whose primary interest is sexual
  • Child torture, child murder in Africa

    >>More Religion articles


  • Laws of principle (disproportional punishments; extraterritorial laws)
  • Leaving US citizenship (disproportional punishments; extraterritorial laws)
  • Multiple citizenship

    >>More Law articles


  • Sexual violence
  • Sexual culture (how laws can change sexual culture in a country very quickly)
  • Anti-male legal bias

    >>More Rape charges articles


  • Regulating the media
  • Banning sexual reporting
  • Over-reporting "sexual predators"

    >>More The media articles


  • From poverty to prosperity
  • Globalization
  • How to lure foreign investment into a Third World country

    >>More Third World development articles